Du lebst nur zweimal (1964)



Allgemeine Informationen

Titel:You Only Live Twice
Deutsche Titel: Du lebst nur zweimal, 007 James Bond reitet den Tiger
Erstveröffentlichung:16.03.1964
Kapitel: 22
Bösewicht: Ernst Stavro Blofeld
Bond-Girl: Kissy Suzuki
Schauplätze: London, Tokio, Fukuoka, Kuro, Kyoto

Fleming schrieb mit You Only Live Twice" den für die Hauptfigur wohl schicksalsträchtigsten Roman, welcher zudem als letzter von Fleming vollendeter akzeptiert werden darf. Denn es ist unwahrscheinlich, dass der letzte Bondroman, The Man with the Golden Gun, bereits vor Flemings Tod fertiggestellt war. You Only Live Twice führt James Bond in die fremde, exotische Welt der japanischen Städte und Inseln und schafft dadurch einen Ausgleich, denn der Vorgänger, On Her Majesty's Secret Service, war gänzlich in Europa angesiedelt.

Der Roman zeigt zu Beginn einige Längen, allerdings nimmt die Spannung Seite um Seite immer mehr zu - die letzten Kapitel sind unschlagbar.




Handlung

Nach dem Tod seiner Frau ist Witwer James Bond nur noch eine halbe Persönlichkeit. Öfter als sonst betrinkt er sich, besucht den Secret Service nur noch selten und versiebt mehrere wichtige Einsätze. Doch M, der Geheimdienstchef, schreibt seinen ehemals besten Agenten nicht ab, nachdem er mit dem Psychologen Sir James Molony ein Gespräch geführt hat. Dieser rät ihm, 007 auf eine letzte Mission zu schicken, die diesem alles abverlangt, was er zu bieten hat. M hat dem Agenten das Richtige zu bieten: Die wertvolle Dechiffriermaschine Magic 44 soll Bond zum Secret Service bringen, was keineswegs eine einfache Aufgabe ist, immerhin ist sie im Besitz des japanischen Geheimdienstes. Dafür bekommt Bond die seltene Diplomatennummer 7777, welche die Doppelnull-Nummer ersetzt.
In Japan angelangt, nimmt Bond Kontakt auf zu Tiger Tanaka, dem Chef jenes Nachrichtendienstes, der die Magic 44 besitzt. Doch der ehemalige Oxford-Student und Kamikaze-Pilot fordert von Bond eine Gegenleistung: Der Spion soll den Eindringling Dr. Guntram Shatterhand aus dem Land vertreiben, denn dieser hat einen zu tödlichen Plan, um zu bleiben: Er sammelt, wie Tiger es ausdrückt, den Tod, indem er die selbstmordgefährdeten Japaner in sein "Schloss des Todes" kommen lässt, wo er eine Mischung tödlicher Pflanzen zusammengestellt hat, die keinen Menschen lange überleben lässt. Den Japanern, die ihre Fehler nur zu gern mit Selbstmord bestrafen, kommt der Garten gerade recht. Diesem Grauen soll Bond ein Ende setzen, indem er den Bösewicht, der mit seiner Frau im "Schloss des Todes" wohnt, umbringt.
Dafür muss Bond mehrere Tage lang auf der kleinen Insel Kuro, die von Muschelsammlern bewohnt wird, leben. Auf dem Weg zu der Insel, auf der er die attraktive Japanerin Kissy Suzuki als seine Gastwirtin akzeptieren darf, wird er von Tiger mit den japanische Sitten und Bräuchen vertraut gemacht. Doch auf dem Weg dahin wird der Brite mit der schrecklichen Wahrheit konfrontiert: Shatterhand ist in Wahrheit Ernst Stavro Blofeld, der Mörder seiner Frau, Shatterhands Gattin keine geringere als Irma Bunt.
Und eines Nachts ist es soweit, als Bond die Mauer zum Schloss erklimmt und sich im Garten versteckt hält. Schon bald sieht er Blofeld und Bunt - noch am selben Tag bricht er ins japanische Schloss ein, trifft auf die Bösewichte, wird von ihnen zum Reden gezwungen, indem sie ihm drohen, von der Fontäne eines Geysirs getötet zu werden, und liefert sich, nachdem er entkommt, mit den beiden eine letzte Schlacht. Blofeld stirbt, Bunt wird bewusstlos und Bond kann sich retten - aber verliert sein Gedächtnis.
Während in der Times ein Nachruf, geschrieben von M und Bonds Sekretärin Goodnight, erscheint - in London weiß man über Bonds Schicksal nichts -, kümmert sich die Kuro-Insulanerin Kissy um ihren Gast und Liebhaber. Dieser kann sich an kein Bestandteil seiner Vergangenheit mehr erinnern, und sie enthält ihm jegliche Gedankenstütze, die ihm auf die Sprünge helfen könnte, vor. Mit Erfolg - denn Bond akzeptiert sein Leben als japanischer Fischer und schließlich erwartet Kissy auch ein Kind von ihm. Doch dann taucht ein Zettel auf, der die Beschriftung Wladiwostok trägt, und der britische Agent meint, sich an diesen Namen erinnern zu können …
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Bösewicht: Ernst Stavro Blofeld



Blofeld, geboren am 28. Mai 1908 in Gdyna (Polen), war der Sohn einer griechischen Mutter, Maria Stavro Michelopoulos, und eines polnischen Vaters, Ernst Georg Blofeld. In Warschau studierte Ernst Stavro Blofeld Maschinenbau und Elektrophysik, woraufhin er mit 25 Jahren angestellt wurde bei der Zentrale der Post- und Telegraphengesellschaft und handelte außerdem an der Warschauer Börse. Noch vor dem Krieg kopierte er alle chiffrierten Meldungen, die durch seine Abteilung liefen, und verdiente so Geld, indem er Kopien an Geheimdienste weitersendete. Die 200 000 Dollar, die er sich so bis zu Beginn des Krieges erwirtschaftet hatte, legte Blofeld in Amsterdam in Aktien an. Seine Identität ist schon verwischt, als er nach Schweden flüchtet, um sicher zu sein. Das in der Schweiz gelagerte Geld transferiert er in die Türkei. Auch er fliegt dorthin, als er nach dem Zusammenbruch Polens dort die Aufenthaltsgenehmigung bekommt. Wieder ruft er ein Spionagesystem ins Leben. Der Krieg ist schon zuende, als Blofeld sich wohlhabend nach Südamerika abgesetzt hat - unter falschem Namen.
Er führt später die Organisation SPECTRE (Special Executive for Counter-Intelligence, Terrorism, Revenge and Extortion), mit der ihm auch in Thunderball misslingt, NATO-Bomben auf US-Städte zu feuern. Später möchte er England landwirtschaftlich lahm legen (On Her Majesty's Secret Service). Ebenso wenig gelingt es ihm, in Japan seinen "Todesgarten" gegen James Bond zu verteidigen (You Only Live Twice). Blofeld stirbt in Japan, erwürgt von 007.


Blofelds Erscheinungsbild verändert sich. In Thunderball ist er groß, 130 Kilogramm schwer, hat schwarze Haare und Augen, einen dünnen Mund und lange, schmale Hände sowie Füße. Niedrige Stirn und eine kurze, fleischige Nase sind weitere Merkmale.
Schon anderthalb Jahre später, in On Her Majesty's Secret Service, hat er eine körperliche Veränderung hinter sich. Die Ohren ohne Ohrläppchen stehen ab, er hat silberweißes Haar und einen vollen Mund. Der rechte Flügel der Adlernase ist zerfressen, die Stirn ist hoch und faltig. Nach Bonds Einschätzung wiegt Blofeld in diesem Buch maximal 75 Kilogramm. Blofelds Aussehen in You Only Live Twice ist gegenüber dem im vorigen Bondroman, On Her Majesty's Secret Service, unverändert, bis auf einen grauschwarzen Schnurrbart.
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Bond-Girl: Kissy Suzuki

Im Gegensatz zu den anderen Bond-Girls wird Kissy Suzukis Aussehen nur ungenau beschrieben. Sie ist allerdings größer als die restlichen Perlentaucherinnen auf der Insel Kuro und sehr schlank. Tiger Tanaka, Chef des japanischen Geheimdienstes, vergleicht sie mit Greta Garbo. Den Vergleich mit Garbo hatte Fleming schon in From Russia with Love angewandt, als er dort Tatiana Romanova beschrieb.
Kissy Suzuki ist Perlentaucherin auf der Insel Kuro. Zu früheren Zeiten war sie jedoch auch als erfolgreiche Schauspielerin in Amerika tätig, wo sie unter anderem David Niven traf. Ihren Kormoran hat sie nach Niven benannt.
Suzuki ist das einzige Bond-Girl, von dem der Leser erfährt, dass sie ein Kind von James Bond erwartet.
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Deutsche Ausgaben

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Titel Verlag Erscheinungsjahr
Du lebst nur zweimal Scherz 1999
Du lebst nur zweimal Scherz 1990/1992
Du lebst nur zweimal Scherz 1981
Du lebst nur zweimal Kaiser-Krimi Unbekannt
Du lebst nur zweimal Scherz Unbekannt
Du lebst nur zweimal Phoenix Shocker 1967
007 James Bond reitet den Tiger Phoenix im Scherz 1966

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