The Diamond Smugglers (1957)



Allgemeine Informationen

Ian Fleming beschloss 1957, seine Serie von Bond-Büchern zu beenden und ließ Bond ein offenes Ende des Romans From Russia with Love. Der Autor hatte von seinen fiktiven Erzählungen genug und wollte sich lieber der ernsthaften Berichterstattung widmen, weshalb er auch für die Sunday Times, in deren Diensten er war, über die so genannte International Diamond Security Organisation berichtete. Diese Organisation war in den 50er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts für die Einschränkung des Diamantenschmuggels aus den westafrikanischen Ländern zuständig.

Flemings Reportagen wurden erstmals im September und Oktober 1957 in der Sunday Times veröffentlicht. Noch im gleichen Jahr brachte Fleming sein Werk in gebundener Form heraus, ähnlich sollte er auch Jahre später noch mit Thrilling Cities verfahren.




Inhalt

Fleming beschreibt in seinem Buch, das er in einem Zeitraum von zwei Wochen des Aprils 1957 in Tangier schrieb, den mehr oder minder spektakulären Diamantenschmuggel aus den Ländern Westafrikas. Aus der Sicht von John Blaize, einem ehemaligen Mitarbeiter der IDSO (International Diamond Security Organisation; sein wirklicher, aber nicht veröffentlichter Name: John Collard), erklärt er dem Leser, was der Sinn und Zweck dieser Organisation war. Diese sollte, gegründet vom einstigen MI5-Chef, Sir Percy Sillitoe, mehrere Aktionen unterbinden, die Diamanten illegal aus den Minen zu schleusen. Dabei hält Fleming über neun Kapitel eine starre Struktur ein, die er sich anscheinend nie durchzubrechen wagt. Nach einer kurzen Einleitung, die meist sehr abwechslungsreich gestaltet ist, folgt eine Beschreibung eines Falles aus der Perspektive von John Blaize, die jedoch derartig langatmig und oft recht unspektakulär ausfällt, dass man sich oft nach zwei Doppelseiten eines Kapitels zum Zuschlagen des Buches genötigt fühlt. Während der Titel des Werkes noch recht aufregend The Diamond Smugglers lautet, ist der Inhalt oft derart langweilig und uninteressant, dass der Leser nur schwerlich versteht, warum ein solcher Bericht die renommierte Sunday Times schmückte. Doch die Qualitätsunterschiede sind auch innerhalb der neun Kapitel eindeutig auszumachen: Während zu Beginn eine Flugzeugnotlandung die Sensationsgier noch im mindesten Maße befriedigt, nimmt die Substanz zum Schluss hin wesentlich ab, denn interessante Stellen sind kaum noch zu finden, wenn John Blaize von Mr. Orford und seinen Schmuggelversuchen, Senator Witherspoon und seiner Mine oder dem viel versprechend eingeführten, doch dann enttäuschenden Monsieur Diamant erzählt. Für Insider, oder solche, die es werden möchten, ist dieses Buch noch zu empfehlen, ansonsten ist es wohl eher der gescheiterte Versuch, den unspektakulären Diamantenschmuggel interessant zu machen.




Fazit

Klar wird der Grund für das Enttäuschen der Dokumentation erst, wenn man sich Flemings Notizen zu diesem Buch anschaut: Dort schreibt er davon, dass die Geschichte noch interessant war, ehe einige beleidigende Aussagen herausgestrichen wurden. Angeblich solle er deswegen schon beinahe eine einstweilige Verfügung erhalten haben, und erst als die wirklich interessanten Bestandteile fehlten, wurde der Bericht veröffentlicht.




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