Thrilling Cities (1964)



Allgemeine Informationen

Ian Fleming, der Autor zahlreicher Romane und Kurzgeschichten rund um James Bond, den Agenten mit der Lizenz zum Töten, war auch anderweitig schriftstellerisch tätig. So stammt beispielsweise das Kinderbuch Chitty Chitty Bang Bang aus seiner Feder. Doch auch journalistisch betätigte Fleming sich häufig. Nachdem er vor dem Zweiten Weltkrieg bereits Korrespondent der Nachrichtenagentur Reuters in Moskau war, arbeitete er in den 50er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts auch für die Sunday Times. In dieser waren die Reiseberichte aus den Thrilling Cities der Welt, die im gleichnamigen Buch enthalten sind, zuerst abgedruckt, erst Jahre später kam die Entscheidung, die Texte auch in gebundener Form zu veröffentlichen, nämlich 1964.

Die veröffentlichten Essays waren in der Sunday Times 1958 und 1959 zu lesen, doch sind manche für die Zeitung herausgenommene Abschnitte nur im Buch der Nachwelt erhalten geblieben. In die deutsche Sprache wurde das Werk nie übersetzt.




Inhalt

Ian Fleming, der Autor zahlreicher Romane und Kurzgeschichten rund um James Bond, den Agenten mit der Lizenz zum Töten, war auch anderweitig schriftstellerisch tätig. So stammt beispielsweise das Kinderbuch Chitty Chitty Bang Bang aus seiner Feder. Doch auch journalistisch betätigte Fleming sich häufig. Nachdem er vor dem Zweiten Weltkrieg bereits Korrespondent der Nachrichtenagentur Reuters in Moskau war, arbeitete er in den 50er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts auch für die Sunday Times. In dieser waren die Reiseberichte aus den Thrilling Cities der Welt, die im gleichnamigen Buch enthalten sind, zuerst abgedruckt, erst Jahre später kam die Entscheidung, die Texte auch in gebundener Form zu veröffentlichen, nämlich 1964.
Die veröffentlichten Essays waren in der Sunday Times 1958 und 1959 zu lesen, doch sind manche für die Zeitung herausgenommene Abschnitte nur im Buch der Nachwelt erhalten geblieben. In die deutsche Sprache wurde das Werk nie übersetzt. Thrilling Cities ist ein Buch, in dem Ian Fleming Reiseberichte aus sämtlichen Großstädten der Erde zusammenfasst. Jeder Stadt ist ein Kapitel gewidmet, in dem der Autor auf die ihm am wichtigsten erscheinenden Besonderheiten eingeht. So wird dem Leser nicht eine gedruckte Sightseeing-Tour geboten, sondern vielmehr ein Bericht über ungewöhnliche Seiten der Städte, wie schon dem vom Verfasser geschriebenen Vorwort zu entnehmen ist. Kein Wunder also, dass Fleming dem Leser seine Liebe zum Hamburger Freudenhausviertel St. Pauli offenbart, als er von seinem Trip in die norddeutsche Metropole erzählt. In Berlin war er auch, allerdings soll dieses im Vergleich zum Vorkriegs-Berlin nur noch ein Schatten seiner selbst sein. Oft genug beleuchtet Fleming auch die vielleicht nicht ganz so besonderen Aspekte der beschriebenen Thrilling Cities. Das ging im Falle des zu New York verfassten Textes sogar soweit, dass er in ungekürzter Form nur in der britischen Erstausgabe des Buches erschien, für die amerikanischen Ausgaben aber teilweise gestrichen wurde. Ersetzt wurden die fehlenden Seiten durch die James-Bond-Kurzgeschichte 007 in New York, die allerdings nicht glänzender erscheint als die von Fleming kritisierte Metropole. Die insgesamt vierzehn Essays werden durch weite Abschweifungen und peinlich genaue Darstellungen einiger Gespräche allerdings zum Teil so abgewertet, dass James Bond das Buch sicherlich nicht als Urlaubslektüre erwerben würde.
Freilich überwiegen die positiven Bestandteile, zu denen garantiert auch Ian Flemings unvergleichlich lockerer Schreibstil zählt. Dieser macht das Buch streckenweise einmalig, vor allem in der Kombination mit den Beschreibungen der besuchten Städte.

Der Autor rundet zudem jeden Bericht mit einer Aufstellung der besten Hotels, Restaurants und Nachtklubs ab - Incidental Intelligence nennt sich diese nützliche Liste, die das Buch auch zu einem sinnvollen Begleiter auf Reisen machen kann, natürlich unter der Bedingung, der Leser zeigt die gleichen Interessen wie Ian Fleming, der, wie er im Vorwort erwähnt, schon immer das Abenteuer liebte.

Der aufmerksame Leser erkennt auch so manchen Bezug zu späteren Bond-Büchern. So ist im Essay über Macao von einem Mr. Foo die Rede. Eine mehr oder minder wichtige Rolle spielt dieser Name auch in der von Fleming drei Jahre später geschriebenen Kurzgeschichte Octopussy. Eine Verbindung ist wahrscheinlich.
Ein weiterer Höhepunkt dieser Zusammenhänge ist zu erkennen, wenn man Ian Flemings Bericht über Tokio liest. Hier tauchen nicht nur Personen wie Tiger oder Kissy - Namen japanischer Hauptpersonen in You Only Live Twice - auf. Auch die Beschreibung des realen Tigers, der eigentlich Saito heißt und Chefredakteur von This Is Japan ist, deckt sich mit der seines literarischen Namensvetters. Für Bondfans sicherlich eine interessante Beobachtung.
Doch auch abseits der Welt des James Bond kann Thrilling Cities größtenteils überzeugen. Jede Stadt hat einen Schwerpunkt, auf den Fleming in seinem Essay besonders eingeht, und der eine Reiseführer-Atmosphäre, die ohnehin fehl am Platze wäre, verhindert. So geht er im Text über Monte Carlo auf das Casino ein, kritisiert das Fahrverhalten deutscher Autofahrer auf den Autobahnen, beschreibt seine Surfing-Versuche in Honolulu und erklärt dem Leser die Geschichte der Gangs in Chicago - leider einer der Tiefpunkte des Buches, denn zur größten Schwäche zählt hier die mehr als genaue Ausführung der meistens interessanten Themen, die sich auf mehreren Doppelseiten aber eher zu Bleiwüsten verwandeln, die nicht zum Lesen einladen.




Fazit

Alles in allem ist Thrilling Cities jedoch ein mehr als gelungenes Buch, das seine Stärken eindeutig in der interessanten Städteauswahl und Flemings Schreiben zeigt. Dass dieses Werk notfalls trotzdem als Reisebegleiter dienen kann, zeigen die informativen Incidental-Intelligence-Abschnitte.




Nach oben


  Allgemeine Informationen   Handlung   Fazit




Keine Links zu diesem
Thema vorhanden.