Im Dienst Ihrer Majestät (1963)



Allgemeine Informationen

Titel:On Her Majesty's Secret Service
Deutsche Titel: Im Dienst Ihrer Majestät, Im Geheimdienst Ihrer Majestät, 007 James Bond und sein gefährlichster Auftrag
Erstveröffentlichung:1963
Kapitel: 27
Bösewicht: Ernst Stavro Blofeld (SPECTRE)
Bond-Girl: Tracy di Vicenzo, Ruby Windsor
Schauplätze: Royale-les-Eaux, London, Schweiz, München

Im Jahre 1963 schrieb Ian Fleming seinen elften Roman über den Geheimagenten James Bond. Nach dem etwas aus der Reihe tanzenden Buch The Spy Who Loved Me kehrt Bond wieder zu seinen Wurzeln zurück. Ein klassischer Auftrag für 007, der gleichzeitig als einer der besten gilt. Zudem enthält das Buch zwei Hommagen an den filmischen Bond: Im Roman begegnet 007 der Schauspielerin Ursula Andress, die in dem ersten James Bond-Streifen Dr. No das Bondgirl Honey Rider verkörperte. Außerdem gibt James Bond sich eine ganze Zeit lang als Schotte aus. Angeblich soll Fleming diese Angabe gemacht haben, da er erfreut war von Sean Connery, dem ersten Bond in den Filmen, der ebenfalls Schotte war.

Die deutsche Ausgabe des Buches, Im Dienst Ihrer Majestät, ist eine der schlechtesten Übersetzungen der Fleming-Romane: Zum Teil wurden große Abschnitte des Textes einfach ausgelassen oder schlecht ins Deutsche übersetzt.




Handlung

In Royale-les-Eaux an der Nordküste Frankreichs rettet James Bond Tracy, die Tochter des Chefs der Union Corse, eines Verbrechersyndikates, vor dem Ertrinken. Tracy ist zutiefst unglücklich und meint, kaum positive Erfahrungen zu haben - die letzte war die Nacht, die sie mit Bond verbracht hatte. Ihr Vater, Marc-Ange Draco, möchte nach dem verhinderten Suizid, dass 007 sein Schwiegersohn wird, um Tracy die einst vorhandene Lebensfreude wiederzugeben.
Doch Bond hat andere Sorgen: Schon seit dem Abschluss der Operation Thunderball zwei Jahre zuvor jagt er Blofeld hinterher, ohne auch nur eine Spur zu haben. Da sieht er nur einen Ausweg: Den Austritt dem Secret Service. Soweit kommt es jedoch nicht, denn in London lässt Ernst Stavro Blofeld wieder von sich hören. Er möchte den Grafentitel, dessen Ursprung er mit einer Verwandtschaft zu der Adelsfamilie "de Bleuville" erklärt. Das Amt für Heraldik ist schon auf Blofelds Spuren und nach Ms Einwilligung darf Bond, als Sir Hilary Bray getarnt, in die Schweiz fahren, wo Blofeld eine Klinik zur Erforschung von Allergien eröffnet haben soll. Nach dem glücklichen Flug in die Schweiz trifft Bond auf die unsympathische Irma Bunt, die ihn zum Ort des Geschehens bringt. Dieser liegt auf einem Berggipfel und beheimatet nebenbei auch noch einen Skiclub.
Nachdem 007 angekommen ist, trifft er auch die Patienten den angeblichen Grafen: Zwölf junge Damen, die alle aus Großbritannien stammen. Eine davon ist Ruby Windsor, mit der Bond bald Tuchfühlung aufnimmt und die hofft, durch Sir Hilary eine Verbindung zur englischen Königsfamilie bestätigt zu bekommen. Der Alltag in Blofelds Klinik, die sich Piz Gloria nennt, ist nicht gerade aufregend: Täglich wird gearbeitet oder man unterhält sich mit einem der Mädchen bei einem Cocktail - natürlich alles strengstens überwacht von Fräulein Irma Bunt. Bond macht bei der Arbeit als Wappenkundler mehr Fortschritte als in seiner eigentlichen Arbeit. Denn Blofeld hat sich äußerlich verändert, er ist fast nicht mehr wiederzuerkennen: Hatte er vor zwei Jahren noch schwarzes Maulwurfshaar, so ist letzteres jetzt lang und weiß. 007 lässt sich aber nicht beirren und führt seine Suche weiter. Er kann jedoch nicht herausfinden, was Blofeld vorhat. Er hat nur eine kleine Spur: Die Mädchen auf dem Piz Gloria stammen alle aus wichtigen landwirtschaftlichen Regionen Großbritanniens!
Doch bald kommt der Schicksalsschlag: Bonds Kollege Campbell von der Züricher Station des Secret Service kommt als Bergsteiger getarnt zum Piz Gloria, wo er Bond mit "James" anredet. Zwar kann Bond zuerst alle Fragen Blofelds bezüglich einer Verbindung zum MI6 abwehren, doch bald muss er fliehen. Im richtigen Moment beginnt er die Flucht auf Skiern ins Tal und trotz mehrerer Hindernissen kommt er dort unversehrt an und trifft Tracy.
Nachdem er dieser einen Heiratsantrag am Flughafen macht, fliegt Bond zurück nach England. Zusammen mit M und Verteidigungsminister Franklin findet Bond heraus, dass Blofeld die Ausschaltung der britischen Landwirtschaft mit Mitteln der Biologischen Kriegsführung plant. Sofort kommt 007 die Idee, einen Anschlag auf das Piz Gloria zu unternehmen - doch er darf diese Aktion nicht im Auftrage des Secret Service durchführen.
Bond versucht, seinen zukünftigen Schwiegervater, Marc Ange Dracco zu überreden, mit der Union Corse, dessen Verbrechersyndikat, den Plan auszuführen. Draco willigt ein und der gefährliche Einsatz gelingt. In einem packenden Finale in einer Bob-Bahn entkommt Blofeld nur knapp.
Doch die Geschichte endet tragisch - frisch vermählt stirbt Bonds Ehefrau Tracy durch einen Schuss, abgefeuert durch keinen geringeren als Ernst Stavro Blofeld.
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Bösewicht: Ernst Stavro Blofeld



Blofeld, geboren am 28. Mai 1908 in Gdyna (Polen), war der Sohn einer griechischen Mutter, Maria Stavro Michelopoulos, und eines polnischen Vaters, Ernst Georg Blofeld. In Warschau studierte Ernst Stavro Blofeld Maschinenbau und Elektrophysik, woraufhin er mit 25 Jahren angestellt wurde bei der Zentrale der Post- und Telegraphengesellschaft und handelte außerdem an der Warschauer Börse. Noch vor dem Krieg kopierte er alle chiffrierten Meldungen, die durch seine Abteilung liefen, und verdiente so Geld, indem er Kopien an Geheimdienste weitersendete. Die 200 000 Dollar, die er sich so bis zu Beginn des Krieges erwirtschaftet hatte, legte Blofeld in Amsterdam in Aktien an. Seine Identität ist schon verwischt, als er nach Schweden flüchtet, um sicher zu sein. Das in der Schweiz gelagerte Geld transferiert er in die Türkei. Auch er fliegt dorthin, als er nach dem Zusammenbruch Polens dort die Aufenthaltsgenehmigung bekommt. Wieder ruft er ein Spionagesystem ins Leben. Der Krieg ist schon zuende, als Blofeld sich wohlhabend nach Südamerika abgesetzt hat - unter falschem Namen.
Er führt später die Organisation SPECTRE (Special Executive for Counter-Intelligence, Terrorism, Revenge and Extortion), mit der ihm auch in Thunderball misslingt, NATO-Bomben auf US-Städte zu feuern. Später möchte er England landwirtschaftlich lahm legen (On Her Majesty's Secret Service). Ebenso wenig gelingt es ihm, in Japan seinen "Todesgarten" gegen James Bond zu verteidigen (You Only Live Twice). Blofeld stirbt in Japan, erwürgt von 007.


Blofelds Erscheinungsbild verändert sich. In Thunderball ist er groß, 130 Kilogramm schwer, hat schwarze Haare und Augen, einen dünnen Mund und lange, schmale Hände sowie Füße. Niedrige Stirn und eine kurze, fleischige Nase sind weitere Merkmale.
Schon anderthalb Jahre später, in On Her Majesty's Secret Service, hat er eine körperliche Veränderung hinter sich. Die Ohren ohne Ohrläppchen stehen ab, er hat silberweißes Haar und einen vollen Mund. Der rechte Flügel der Adlernase ist zerfressen, die Stirn ist hoch und faltig. Nach Bonds Einschätzung wiegt Blofeld in diesem Buch maximal 75 Kilogramm. Blofelds Aussehen in You Only Live Twice ist gegenüber dem im vorigen Bondroman, On Her Majesty's Secret Service, unverändert, bis auf einen grauschwarzen Schnurrbart.
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Bond-Girl: Tracy di Vicenzo

Di Vicenzos Arme sind ebenso braun wie ihr Gesicht; sie hat blonde Haare und blaue Augen. Als Bond ihr im Casino begegnet, trägt sie ein einfaches weißes Kleid und hat rot geschminkte Lippen.
Sie ist die Tochter Marc Ange Dracos, des Chefs der Union Corse (ein Verbrechersyndikat) und einer Engländerin. Aufgewachsen in einem Internat, führte sie später ein unruhiges Leben und heiratete Conte Giulio di Vicenzo, der sie später verließ, das gemeinsame Kind starb an Kinderlähmung. Seitdem ist sie von Selbstmordgedanken geplagt, Bond vermag es, ihr zu helfen.
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Deutsche Ausgaben

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Titel Verlag Erscheinungsjahr
Im Dienst Ihrer Majestät Scherz 1999
Im Dienst Ihrer Majestät Scherz 1984/1992
Im Dienst Ihrer Majestät Scherz 1980
Im Dienst Ihrer Majestät Scherz 1977
Im Dienst Ihrer Majestät Xenos 1976
Im Geheimdienst Ihrer Majestät Xenos 1976
Im Dienst Ihrer Majestät Phoenix Shocker 1967
007 James Bond und sein gefährlichster Auftrag Phoenix im Scherz 1964

(alle Angaben ohne Gewähr. Sie kennen noch mehr Ausgaben oder können fehlenden Daten mitteilen? Schreiben Sie bitte eine E-Mail an ianfleming@gmx.de - vielen Dank!

 
 

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