Moonraker (1955)



Allgemeine Informationen

Titel:Moonraker
Deutsche Titel: Moonraker, Moonraker - streng geheim, Mondblitz
Erstveröffentlichung:07.04.1955
Kapitel: 25
Bösewicht: Hugo Drax
Bond-Girl: Gala Brand
Schauplätze: London, Grafschaft Kent

Nach dem großen Erfolg der beiden ersten James Bond Romane, Casino Royale (1953) und Leben und sterben lassen (1954), setzte Fleming 1955 mit Moonraker die Serie fort und bringt seinen Agenten 007 damit in eine neue gefährliche Mission. Unter vielen Kritikern gilt Flemings drittes Buch als eines seiner besten, da es einen bodenständigen Plot und einen der überzeugendsten Bösen der Reihe besitzt.

Doch auch hier gibt es Stellen, die nicht ins Deutsche übersetzt wurden, darunter z.B. ein Gespräch, an dem Bond beteiligt ist, in dem die Deutschen kritisiert und immer noch als Nazis bezeichnet werden. Das Erscheinen wurde verständlicherweise in Deutschland sehr lange herausgezögert, da unter anderem auch die Wiederaufrüstung, die 1954 begann, im englischen Original nicht gerade begrüßt wird. So erschien Moonraker in deutscher Sprache erst nach 1963, also fast zehn Jahre nach der Veröffentlichung in England.




Handlung

Ein reicher und weltweit bekannter Industrieller soll beim Kartenspiel betrügen - sogar James Bond hat seine Zweifel. Doch als er, im persönlichen Auftrag seines Vorgesetzten M, gegen den sogenannten "Columbit-König" Sir Hugo Drax spielt, scheint sich der Verdacht zu bestätigen. Bond gelingt es jedoch, Draxens Trick aufzudecken, ihn beim Kartenspiel zu besiegen und zeitgleich einen Skandal um den führenden Kopf des neuesten Verteidigungs-Projekts Englands zu verhindern. Nur einen Tag nach seinem Sieg über den Industriellen wird Bond erneut in M´s Büro gebeten, diesmal in rein dienstlicher Angelegenheit. Auf dem Firmengelände von Drax an der Küste Südenglands hat es einen seltsamen Zwischenfall gegeben, der zwei Sicherheitsbeamte das Leben gekostet hat. Bond übernimmt den Job des Sicherheitschefs und schleust sich so in Drax´ Firma ein. Dort trifft er auf die Sekretärin des Multimillionärs, die bezaubernde Gala Brand, die ebenfalls eine Agentin ist und schon seit längerer Zeit versucht, Drax´ Geheimnis auf die Spur zu kommen.
Während die Beiden sich langsam näher kommen, führt ihre Spur sie immer weiter zum eigentlich Kern ihres Auftrags, den es zu untersuchen gilt: Moonraker, eine Rakete, die Drax zum Schutz Englands erbauen ließ. Nachdem Bond und Gala einem Anschlag auf ihr Leben entgehen können, finden sie heraus, welches wahre Ziel hinter Drax´ Moonraker-Projekt steckt: Als perfider Racheakt gedacht soll die Rakete London dem Erdboden gleichmachen. Bond und Gala haben nicht viel Zeit, diese sich anbahnende Katastrophe zu verhindern. Doch gerade im entscheidenden Moment geraten sie in die Fänge des Wahnsinnigen, der den Frieden des Landes ein für alle Mal brechen will

Ian Fleming kreierte mit Moonraker ein wahres Meisterwerk. Auf detaillierte Weise beschreibt er die Orte des Geschehens und lässt den Leser damit in eine Welt eintauchen, aus die man sich fast nicht mehr wegdenken möchte. Vom eleganten Blades-Club bis zur malerischen Küste Südenglands und von dort tief in den unheimlichen Schacht des Moonrakers katapultiert die gut durchdachte Story, vermischt mit Spannung und Romantik, den Agenten Ihrer Majestät nicht, wie im gleichnamigen Film, in den Weltraum, aber dennoch zu neuen Höhen und damit in ein aufregendes und gefährliches Abenteuer, in dem auch die allerletzte Sekunde über Leben und Tod entscheidet ...
Als Höhepunkte des Werkes gelten mehrere gut dargestellte Action-Sequenzen und das genial beschriebene Finale.
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Bösewicht: Sir Hugo Drax



Drax' wirklicher Name ist Hugo von der Drache. Seine Mutter war Engländerin, der Vater Deutscher. Nachdem Hugo in England aufwuchs, ging er nach Deutschland, wo er in Leipzig und Berlin. Er arbeitete bei einem Tochterunternehmen von Rheinmetall Borsig, zu diesem Zeitpunkt war er zwanzig Jahre alt. Er trat in die NSDAP ein und als der Krieg begann, war er 28 und Leutnant im 140. Panzerregiment. 1942 wurde Drax in den Spionagedienst der SS (Reichssicherheitshauptamt) versetzt, wo er in der Abteilung "Terrorismus und Sabotage" arbeitete. 1944 war Drax Oberleutnant, der den SS-Jagdverband "Kommando Drache" befehligte. In den Wäldern der Ardennen tauchte die Gruppe unter, die auch Hitlerjugend-Werwölfe bei sich hatte, deren Anführer der spätere Handlanger Drax', Krebs, war.
Als Brite getarnt wollte Drax einen Unterschlupf für Soldaten der Alliierten durch eine Zeitzünderbombe zerstören. Doch während dieser Aktion geriet er in einen Tieffliegerangriff der eigenen Luftwaffe. Zu Bewusstsein kam er wieder in einem englischen Jeep, da Soldaten ihn im Straßengraben verletzt gefunden hatten - Drax hatte zu Tarnungszwecken eine britische Uniform getragen. Er kam in das Lazarett, das Bestandteil des Unterschlupfes war, den seine Gruppe angreifen wollte. Er wurde so selber Opfer des geglückten Attentats und verlor eine Hälfte seines Gesichts.
Daraufhin gab er im Krankenhaus vor, sein Gedächtnis verloren zu haben. Weil er im englischen Namen Hugo Drax die Ähnlichkeit zu seinem wirklichen fand, zeigte er Regungen von Erinnerung. Er wurde als Hugo Drax entlassen.
1946 kaufte Drax dann drei Tonnen des kostbaren Erzes Columbit für je 3000 Pfund, bekam aber Jahre später von einer Flugzeugfirma das dreifache, da die Nachfrage erheblich gestiegen war. Er spekulierte weiter und schaffte es, innerhalb von drei Jahren eine Monopolstellung einzunehmen. Durch seine Drax Metal Company wurde er sehr schnell sehr reich. Seine Vorahnungsgabe für gelingende Investitionen nutzte er aus und kaufte uranhaltige Minen Südafrikas auf. Nachdem er 1950 Multimillionär geworden war, kam er nach England und gab viel des Geldes aus, spendete aber auch. Er ging nach Deutschland, fand dort Krebs wieder, mit dem er zusammenarbeiten wollte. Sein großer Coup gelang Drax mit einem Brief an die Königin Englands, in dem er schrieb, dass er dem Staat seinen gesamten Columbitbesitz zur Verfügung stelle. Die Queen adelte Drax zum Sir, da er aus dem Columbit eine neue Atomrakete schaffen wollte, die jede Hauptstadt der Erde erreicht. Der Atomsprengkopf war ihm bereits in Russland gebaut worden. Für den Bau dieser fortschrittlichen Waffe stiftete er zehn Millionen Pfund. Doch Drax hat mit dem "Moonraker" - so heißt die Rakete - andere Pläne, als England zu verteidigen. Nebenbei betrügt Drax beim Bridge-Spiel im Blades-Club in London.


Drax ist groß (knapp 1,90 Meter) und sehr breitschultrig. Auf dem großen Kopf wächst rötliches, in der Mitte gescheiteltes Haar. Im Gesicht hat er glänzende, narbige Haut, da er Opfer eines Anschlages während des Krieges wurde. Deswegen kämmt Drax das Haar weit hinunter. Sein rechtes Ohr ist ebenfalls sehr deformiert. Da sich die Haut, die auf das Ober- und Unterlid des rechten Auges verpflanzt wurde, zusammenzog, wirkt das rechte Auge nun viel größer als das linke. Der Augapfel ist blutunterlaufen. Um sein hässliches Gesicht zu verdecken, lässt Drax sich Schnurrbart und Koteletten wachsen. Der Schnurrbart verbirgt auch die "Prognathie", das starke Hervortreten seines Oberkiefers. Seine Oberzähne stehen vor, vermutlich die Folge des Daumenlutschens in der Kindheit.
Drax' Nase ist sehr groß, seine Arme stark behaart. Drax kaut oft an den Fingernägeln, die zu großen, plumpen Händen gehören, deren Daumen ungewöhnlich lang sind. Drax trägt sehr teure Kleidung, die aber auch sehr geschmackvoll wirkt.
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Bond-Girl: Gala Brand

Brand hat ein klares, gut gezeichnetes Profil. Unter sehr langen schwarzen Wimpern hat sie zwei große dunkelblaue Augen, die ein wenig schräg stehen. Ihr Mund ist voll und viel versprechend, das Haar kastanienbraun. Sie trägt es modisch-leger. Reizvoll findet Bond sie auch wegen ihres zarten, frischen Teints und ihrer anmutigen Figur.
Gala Brand ist eine junge Agentin des Inlandsgeheimdienstes MI5. Sie schmuggelt sich, als Sekretärin getarnt, in die Produktionsstätte des "Moonraker", um dort mehr über Drax' Projekt zu erfahren. Gegen Ende des Romans erfährt der Leser, dass Brand beabsichtigt, einen Tag nach dem letzten Treffen mit Bond Kriminal-Inspektor Vivian zu heiraten.
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Deutsche Ausgaben

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Titel Verlag Erscheinungsjahr
Moonraker Heyne 2003
Moonraker - streng geheim Scherz 1999
Mondblitz Scherz 1989
Mondblitz Scherz 1984
Mondblitz Scherz 1977
Mondblitz Phoenix Shocker 1967

(alle Angaben ohne Gewähr. Sie kennen noch mehr Ausgaben oder können fehlenden Daten mitteilen? Schreiben Sie bitte eine E-Mail an ianfleming@gmx.de - vielen Dank!

 
 

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