Ian Fleming: Sein Leben



Am 28. Mai des Jahres 1908 wurde Ian Fleming als einer von vier Söhnen in London, 29 Green Street, geboren. Sein Vater war Valentine Fleming, der 1917 im ersten Weltkrieg bei Flandern fiel. Nachdem Winston Churchill den Nachruf für Valentine in der Times verfasst hatte, musste Mutter Evelyn-Beatrice die Kinder Peter, Ian, Michael und Richard allein großziehen.

Ian Fleming besuchte das elitäre und strenge Internat Eton, wo er neben Fremdsprachen wie Französisch oder Russisch auch das Deutsche erlernte. Seine Sprachfähigkeiten baute er während seiner häufigen Aufenthalte in Kitzbühel aus.
Anschließend kam Fleming auf die königliche Militärakademie Sandhurst. In Genf und München widmete Fleming sich daraufhin dem Studium der Psychologie. 1931, als er sich um einen Posten im diplomatischen Dienst bewarb, erlangte er nur den 25. Platz unter 62 Bewerbern, weshalb er beschloss, in die Journalismus-Branche zu wechseln. Recht erfolgreich arbeitete Ian vier Jahre bei der Nachrichtenagentur Reuters, für die er 1933 auch in die russische Hauptstadt Moskau ging, um über einen Spionageprozess zu berichten. Obwohl seine Berichterstattung gewürdigt wurde, und Fleming sogar kurz davor war, ein Gespräch mit Stalin zu führen, versuchte der Journalist sich im Wertpapierhandel. Bis 1939 arbeitete er für Cull & Co. und Rowe & Pitman. Im Auftrag der Londoner Zeitung The Times verbrachte Fleming 1939 wieder eine kurze Zeit in Russland.
Noch im Juli desselben Jahres wurde Fleming zum Militär einberufen und bei gleichzeitiger Beförderung zum Leutnant assistierte er Konteradmiral John H. Godfrey, der seines Zeichens Chef des Marinegeheimdienstes war.
Vorerst arbeitete Ian Fleming im Londoner Whitehall-Gebäude für die Naval Intelligence Division. Später wurde er zum Commander befördert und erwarb sich durch Geheimoperationen hinter den feindlichen Angriffslinien einen exzellenten Ruf.
Schenkt man dem Inhalt des Buches Operation James Bond Glauben, war Fleming auch Leiter der erfolgreich durchgeführten Mission, den Leiter der NS-Parteikanzlei, Martin Bormann, nach England zu entführen, um in den Besitz der Nazi-Schätze zu gelangen. Allerdings ist die Geschichte höchstwahrscheinlich reine Fiktion.
Im Jahre 1940 war Fleming jedoch tatsächlich an der Unternehmung beteiligt, Südspanien und Gibraltar vor der Überwachung durch deutsches Radar zu schützen. Dieser Auftrag hatte den Codenamen Operation Goldeneye. Flemings Truppe (Fleming's Red Indians) schlug sich zudem sehr gut.
Nach dem Kriege, in dem er viele Einblicke in die Welt der Spionage erlangte, die er später in seinen Bond-Romanen verwendete, zog es Fleming auch nach Jamaika, wo er sich ein Anwesen erbauen ließ, das er ebenfalls Goldeneye nannte. In diesem Haus verbrachte er später regelmäßig die Winter, während er den Rest des Jahres in England lebte.
Beruflich kehrte Fleming nach 1945 wieder zu Altbekanntem zurück: Er leitete die Auslandsabteilung im Kemsley-Zeitungskonzern.
Am 24. März 1952 heiratete Ian Fleming auf Jamaika Anne Geraldine Rothermere, deren erster Mann im Krieg gefallen war. Noch im gleichen Jahr erblickte Sohn Casper das Licht der Welt, am 12. August.
Mit dem Schreiben der Bond-Romane soll Fleming angeblich begonnen haben, weil in der Ehe die Zeit als Junggeselle vermisste. Seinen ersten Roman, Casino Royale, veröffentlichte Fleming schon im Früjahr 1953, nachdem das Manuskript beim Jonathan-Cape-Verlag akzeptiert worden war. Es folgten weitere drei erfolgreiche Romane über den Agenten mit der Lizenz zum Töten, ehe Fleming 1957 das Buch From Russia with Love herausbrachte. Mit dem offenen Ende hatte Fleming ursprünglch beabsichtigt, Bond sterben zu lassen, um sich endlich "ernsthafter" Literatur zuwenden zu können. Doch als US-Präsident John F. Kennedy From Russia with Love in die Liste der von ihm am meisten genossenen Bücher aufnahm, entschied Fleming sich, die Serie doch weiterzuführen. Auffälligerweise unterscheiden sich die Bücher später von den früheren Werken durch die weitaus unrealistischeren Pläne.
Im April 1957 hatte Fleming ebenfalls eine Reportage für die Sunday Times verfasst, die von Diamantenschmuggel handelte. Noch 1957 kam sie in Buchform mit dem Titel The Diamond Smugglers heraus.
Nach dem Erscheinen der Erfolgswerke Goldfinger und Thunderball arbeitete Fleming nur noch nebenberuflich im Journalismus. 1958 und 1959 hatte er noch in einer beliebten Serie der Sunday Times Städte beschrieben, die er auf einer Reise besucht hatte. Als Buch wurden die Texte auch veröffentlicht: 1964 in Thrilling Cities.
In den folgenden Jahren hatte Fleming immer öfter Herzprobleme. 1964 erlag er schließlich einem Herzlinfarkt in der Nacht zum 12. August um 1 Uhr im Alter von 56 Jahren. Bis zu seinem Tode verfasste Fleming 12 Bond-Romane und neun Kurzgeschichten, die er jeden Winter im Haus Goldeneye geschrieben hatte, und die in 23 verschiedene Sprachen übersetzt wurden.. Der Erfolgsautor starb am Sandwich Bay in der Grafschaft Kent, wurde jedoch in der Nähe von Sevenhampton in der Grafschaft Wiltshire begraben.
1964 hatte Fleming noch das Kinderbuch Chitty Chitty Bang Bang für seinen Sohn geschrieben.
Casper, der am 4. Oktober 1975 nach Drogenkonsum starb, und Anne Geraldine Fleming, Ians Frau, die erst am 12. Juli 1981 verschied, hinterließ Fleming ebenso wie eine außergewöhnliche Büchersammlung, in der Werke wie Einsteins Relativitätstheorie oder Hitlers Mein Kampf enthalten waren.




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