Leben und sterben lassen (1954)



Allgemeine Informationen

Titel:Live And Let Die
Deutsche Titel: Leben und sterben lassen
Erstveröffentlichung:05.04.1954
Kapitel: 23
Bösewicht: Mr. Big (SMERSH)
Bond-Girl: Solitaire
Schauplätze: Jamaika, USA (Florida, New York)

Der Erfolg von Flemings erstem Roman Casino Royale war zwar groß, nicht jedoch in Amerika. Daran konnte auch das in den USA gedrehte Bühnenspiel, das auf diesem ersten Roman basierte und im TV ausgestrahlt wurde, nichts ändern.

Grund genug gab es für Fleming also, die Handlungsorte der zweiten Geschichte nach New York und an die Ostküste zu verschieben. Von dort aus geht es anschließend nach Jamaika.




Handlung

In Amerika werden Goldmünzen, die aus dem Schatz des Seeräubers Bloody Morgan stammen sollen, zu "Dumping-Preisen" auf den Markt geworfen. Ver- und gekauft werden sie ausschließlich von Schwarzen. Ein Hinweis?
Für M auf jeden Fall. Er meint, diese Vorfälle mit den Machenschaften des geheimnisvollen Mr. Big, einem Agenten der russischen Geheimdienstabteilung Smiert Spionam (SMERSH), verknüpfen zu können: The Big Man, wie der hünenhafte Afroamerikaner auch genannt wird, soll mit dem Erlös aus dem Münzenverkauf seinen Arbeitgeber SMERSH finanzieren. Bond reist also nach New York, um der Sache endgültig ein Ende zu setzen. Mit seinem CIA-Kollegen Leiter besucht er mehrere Bars im Stadtteil Harlem, um dort Mr. Big zu finden. Doch das stellt sich als schwierige Angelegenheit heraus: Auch im Voodoo-Kult, der unter der schwarzen Bevölkerung verbreitet ist, spielt der Bösewicht eine wichtige Rolle, lässt er sich doch als Zombie von Fürst Samedi beschreiben - für die Dunkelhäutigen eine angsteinflößende Geschichte.
So werden Leiter und Bond dann auch gleich in einer der Bars geschnappt. Der britische Geheimagent findet sich schnell in The Big Mans Arbeitszimmer wieder, bedroht durch ein Gewehr hinter einem Schlüsselloch und Tee-Hee, der ihm schon bald einen Finger bricht. Aber 007 kann fliehen, genauso wie Felix Leiter. Und beide müssen schnellstens nach Florida, wo sich der Dreh- und Angelpunkt des Goldmünzen-Transfers befindet.
Solitaire, eine von Mr. Big engagierte Wahrsagerin, wechselt zudem die Seiten, und schon während der Zugfahrt zur Kleinstadt St. Petersburg verliebt sie sich in James Bond.
Dort angekommen, quartieren sie sich mit Felix Leiter in einer Ferienwohnung ein, der schon vorausgereist war. Erst dort erfahren sie allerdings, dass sie nur knapp einem Anschlag auf ihr Zugabteil entgangen sind.
Doch noch am gleichen Abend macht ihnen der Bösewicht einen Strich durch die Rechnung: Solitaire wird, während Bond und Leiter dem Mr.-Big-Kontaktmann und Drahtzieher The Robber einen Besuch abstatten, entführt. Und das bleibt nicht der einzige Schicksalsschlag: Am nächsten Tag wird Felix Leiter, von Haien zerfleischt und lebensgefährlich verletzt, in die Ferienwohnung eingeliefert. Bond kommt auf die Spur: Der CIA-Agent besuchte The Robber erneut, allerdings lief die Aktion nicht allzu glimpflich ab - Bond rächt sich: Er schafft es, The Robber zu töten und findet das Geheimnis der Goldmünzen in Robbers Fischköder-Lagerhalle heraus: In Aquarien, die besonders gefährliche Fische enthalten, werden die Münzen aufbewahrt.
Bond reist daraufhin nach Jamaika, denn auf einer kleinen Insel vor der Küste soll Bloody Morgan vor Jahrhunderten seinen Goldschatz versteckt haben. Der SMERSH-Mann Mr. Big transportiert diesen nun per Schiff Stück für Stück nach St. Petersburg. Mit der Hilfe von MI6-Mitarbeiter Strangways und dem Cayman-Insulaner Quarrel gehen die Vorbereitungen los.

Dann ist Bond soweit. Er taucht zur Insel, bestens ausgestattet und trainiert. Doch unglücklicherweise wird er kurz nach seiner Ankunft entdeckt: die aufsteigenden Luftblasen des Atemgerätes verraten ihn und die Mitarbeiter von The Big Man hetzen Haie und Barrakudas auf ihn. In letzter Sekunde kann Bond eine Granate an Mr. Bigs Schiff befestigen und in eine kleine Höhle fliehen, die er als Durchgang zum Inneren der Insel identifiziert. Dort wird 007 natürlich direkt geschnappt und von Mr. Big persönlich eingesperrt - im gleichen Raum wie die gefangengenommene Solitaire.
Doch schon bald verlassen sie zusammen die Insel. Aneinandergeschnürt und mit Tauen mit einem Schiff verbunden, werden sie ungefähr fünfzig Meter hinter diesem hergezogen. Aber bevor sie ein tödliches Korallenriff erreichen, explodiert das Schiff samt Granate und Goldmünzen.
Bond und Solitaire werden von Quarrel gerettet, überleben trotz physischer Verletzungen und können zwei Wochen lang einen vom M verordneten Urlaub genießen.
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Bösewicht: Mr. Big



Mr. Big ist zur einen Hälfte Akfroamerikaner, zur anderen Hälfte Franzose. Der in Haiti Geborene ist 45 Jahre alt, als James Bond ihm in die Quere kommt. Sein Spitzname Mr. Big, The Big Man, oder in der Jugend Big Boy oder Big hat seinen Ursprung in der Körpergröße und den Initialen des Namens des Mannes (Buonaparte Ignace Gallia).
Mit dem Voodoo-Kult schon als Kind in Kontakt gekommen, hatte Mr. Big erst als LKW-Fahrer in Port-au-Prince gearbeitet, ehe er sich in Amerika einer Bande anschloss, die Überfälle erfolgreich durchführte. Er wohnte dann später in Harlem und war - zusammen mit einem Geschäftspartner - Betreiber eines Nachtklubs und eines Callgirl-Rings. Da der Partner aber 1938, in einen Zementblock eingegossen, aus dem Harlem River geholt wurde, war Mr. Big von nun an alleiniger Betreiber der Betriebe. Als er 1943 zur Armee eingezogen wurde, schleuste man ihn wegen seiner perfekten Französischkenntnisse im Auftrag des amerikanischen Geheimdienstes nach Marseille. Zu farbigen Hafenarbeitern hatte er, wie auch zu einem Sowjetagenten, schnell Kontakt. Dadurch lieferte er sehr genaue Informationen. Dafür wurde er nach dem Krieg ausgezeichnet und verschwand für fünf Jahre, vermutlich nach Moskau. Als er zurück nach Harlem kam, wurde er verdächtigt, Agent der Sowjets zu sein, tappte aber nie in FBI-Fallen. Schnell kaufte er drei Nachtklubs und mehrere Bordelle in Harlem auf. Nie schien er finanziell am Ende zu sein, und seine wichtigsten Angestellten belohnte er fürstlich. Mr. Big gründete daraufhin einen Voodoo-Tempel in Harlem, der in Kontakt zu einem solchen auf Haiti stand. Schnell verbreitete sich das Gerücht, der Mann sei ein Zombie; er förderte es. So glaubten schnell die farbigen unteren Schichten daran. Sie entwickelten deswegen - und weil alle, die ihn in seiner Arbeit störten, geheimnisvoll umgebracht wurden - eine große Angst ihm gegenüber.


Der sehr große Mann hat ein chronisches Herzleiden, wodurch seine eigentlich braune Haut einen grauen Ton bekommen hat. Mr. Big raucht nicht, trinkt nicht, aber verbraucht eine Unmenge an Frauen, die seine einzige Schwäche sind.
Seine Körpergröße beläuft sich auf 1,95 Meter, er wiegt 140 Kilogramm. Er besitzt einen übergroßen, runden Kopf. Jegliche Kopfbehaarung, einschließlich Wimpern und Augenbrauen, fehlt ihm. Seine Nase ist breit, seine Augen stehen sehr weit auseinander. Die Lippen, dick und dunkel, sind auf dem faltenfreien Gesicht nur sehr wenig hervorgewölbt. Die Stirn wölbt sich auch nur leicht vor, Mr. Bigs negroides Aussehen hält sich in Grenzen.
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Bond-Girl: Solitaire

Solitaire hat ein fahles Gesicht mit einer weißen Hautfarbe. Ihre Augen sind blau. Das blauschwarze Haar fällt auf die Schultern und ihr Gesicht zeichnen die hohen Wangenknochen sowie ein breiter, sinnlicher, fast grausamer Mund aus. Ihre Nase ist schmal und die Kinnlinie fein und bezaubernd geschwungen, was für Bond ihre Entschlusskraft und den eisernen Willen deutlich macht. Ihre Fingernägel sind kurz und nicht lackiert. Sie trägt außer Ohrringen und einem Armband bei ihrer ersten Begegnung mit Bond keinen Schmuck, bekleidet ist sie zur gleichen Zeit mit einem Abendkleid aus weißer Seide.
Solitaire steht in Diensten des Bösewichts Mr. Big als Wahrsagerin.
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Deutsche Ausgaben

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Titel Verlag Erscheinungsjahr
Leben und sterben lassen Heyne 2003
Leben und sterben lassen Scherz 1993
Leben und sterben lassen Ullstein 1966
Leben und sterben lassen Ullstein 1965

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